Klavierbegleitung lernen – So wird ein Song zum Gesamtwerk

von Roman Sillipp


In den letzten Beiträgen haben wir die drei Grundlagen jedes Musikstücks gelernt
[Klavier lernen – In drei einfachen Schritten zum freien Klavierspiel],
die richtigen Töne für die Melodie unseres Musikstücks zu finden
[→ Noten lesen lernen – So spielst Du jede Melodie am Klavier] und
sie im richtigen Rhythmus zu spielen
[→ Rhythmus Noten lernen – So kommt Flow in Dein Klavierspiel].

In diesem Artikel wirst Du eine Klavierbegleitung lernen, die Dein Musikstück zu einem Gesamtwerk macht.

Die Melodie und den Rhythmus hat bislang ausschließlich unsere rechte Hand abgedeckt.

Unsere linke Hand hatte bis jetzt noch gar nichts zu tun.

Das soll sich jetzt ändern, wenn es darum geht, unsere Melodie zu begleiten.

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In diesem Beitrag geht es um die Harmonik, und die ist die Voraussetzung, um eine Begleitung auf dem Instrument zu spielen.

Auf unserem Notenblatt stehen jedoch gar keine weiteren Noten, die wir mit der linken Hand spielen könnten.

Nein, Noten für die linke Hand sind auf dem Notenblatt nicht zu finden.
Aber hie und da stehen Buchstaben, und die reichen völlig aus, um eine Begleitung daraus zu bilden.

Klavierbegleitung lernen - Leadsheet

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Dir ist sicher bekannt, dass Gitarristen den ganzen Abend lang am Lagerfeuer ein Lied nach dem anderen begleiten, während die fröhliche Runde dazu singt.

Obwohl diese Musiker oftmals nicht mal richtig Gitarre spielen können, so sind sie dennoch in der Lage, zahlreiche Lieder auf ihrem Instrument zu begleiten.

Wie ist das möglich?

Nun, das ist deswegen möglich, weil diese Musiker eine Handvoll Akkorde gelernt haben, und mit diesen Akkorden lassen sich eine Vielzahl an Liedern begleiten, weil diese Akkorde in all den Liedern immer wieder vorkommen.

Der Gitarrist kennt beispielsweise vier Akkorde: den A-Akkord, den E-Akkord, den D-Akkord und den G-Akkord.

Nun hat er ein Songblatt vor sich, und über manchen Silben des Textes steht jeweils ein Buchstabe: ein A, ein E, ein D oder ein G, die sogenannten Akkordsymbole.

Und wann immer solch ein Akordsymbol auf dem Songblatt steht, spielt der Musiker den entsprechenden Akkord.

Und da diese wenigen Akkorde bei einer Vielzahl an Liedern vorkommen, lassen sich eben mit einer Handvoll Akkorde eine große Menge an Liedern spielen.

Nun muss man nur noch wissen, an welcher Stelle welcher Akkord in welchem Musikstück vorkommt, und das ist ganz einfach:

Wenn man bei Google den Namen eines Songs eingibt, z.B. „Let it be“ (von den Beatles) und dahinter das Wort „Chords“ (engl. Akkorde), dann erscheinen sofort Links zu Seiten, auf welchen der Text samt den Akkorden des entsprechenden Liedes zu finden ist.

Nun braucht man das Lied bloß noch zu singen, und an den richtigen Stellen die passenden Akkorde zu spielen, und fertig ist das musikalische Werk.

Dieses Prinzip lässt sich eins zu eins auf das Piano übertragen, und somit können wir es uns zunutze machen.

Tatsächlich tauchen bei einer enorm großen Zahl an bekannten und beliebten Songs immer wieder die gleichen Akkorde auf, und mit diesen Akkorden lassen sich bereits dutzende Songs begleiten.

In diesem Video kannst Du Dir mal einen Eindruck davon verschaffen:

Axis of Awesome - Four Chord Song

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=5pidokakU4I

Da unser Musikstück gerade mal aus drei Akkorden besteht, ist es bloß erforderlich, diese drei Akkorde zu kennen, und das ist bereits völlig ausreichend, um damit das ganze Lied zu begleiten.

Aber zunächst mal die Antwort auf die Frage:

Was ist eigentlich ein Akkord?

Nach der Melodik und der Rhythmik in den letzten Beiträgen geht es ja in diesem Kapitel um die Harmonik, und die Grundlage der Harmonik sind die Akkorde.

Wenn man in Google das Wort „Akkord“ eingibt, dann erhält man als Ergebnis:
Ein Akkord ist in der Musik das gleichzeitige Erklingen mindestens dreier Töne, die sich harmonisch deuten lassen.“

Um einen ganzen Akkord zu spielen, benötigt man also mindestens drei unterschiedliche Töne.

Um es jedoch zu Beginn nicht zu kompliziert zu machen, sollen uns an dieser Stelle zwei Töne genügen, einer für die rechte und einer für die linke Hand.

Wie Du die richtigen Begleittöne spielst

Wir legen die Finger wieder so auf, dass sie auf jeweils benachbarten Tasten liegen, bloß spiegelverkehrt zur rechten Hand.

Der kleine Finger liegt also auf dem C (der weißen Taste links von den zwei schwarzen), der Ringfinger auf dem D, der Mittelfinger auf dem E, der Zeigefinger auf dem F und der Daumen auf dem G.

Wenn wir unser Notenblatt ansehen, dann sehen wir am Beginn von Takt 2 über der Silbe „saints“ ein C.

Klavierbegleitung lernen - Leadsheet

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Wir drücken also an dieser Stelle mit dem kleinen Finger der linken Hand die entsprechende Taste, ein C.

Wir wählen hierfür auf der Tastatur das nächsttiefere C, also links von jenem, das die rechte Hand gerade eben in der Melodie gespielt hat.

Abgesehen davon, dass sich die Hände so nicht in die Quere kommen, kann man die Melodie besser von der Begleitung unterscheiden, wenn sich die Hände an unterschiedlichen Positionen befinden.

Wir spielen also am Beginn des zweiten Taktes mit dem kleinen Finger der linken Hand ein C und mit dem kleinen Finger der rechten Hand ein G.

Die Taste C in der Linken lässt Du so lange gedrückt, bis ein weiterer Buchstabe zu lesen ist.

In Takt 3 spielst Du wieder mit der rechten Hand die Melodie, genauso wie in Takt 1.

Am Beginn von Takt 4 steht erneut ein C über der Silbe „in“.

An dieser Stelle drückst Du mit dem kleinen Finger der linken Hand erneut die Taste C, während die Rechte mit dem kleinen Finger die Taste G drückt.

Die Taste C in der Linken lässt Du wieder so lange gedrückt, bis ein weiterer Buchstabe zu lesen ist.

In Takt 5 spielst Du wieder mit der rechten Hand die Melodie, genauso wie in den Takten 3 und 5.

Am Beginn von Takt 6, wieder über der Silbe „saints“, steht erneut ein C.

Nun wiederholt sich das gleiche Szenario.

Mit dem kleinen Finger der linken Hand drückst Du erneut die Taste C, während die Rechte die Melodie weiterspielt.

Bislang hat die linke Hand gerademal einen Ton gespielt, nämlich das C.

Das soll sich jetzt ändern.

In Takt 8 kommt ein neuer Buchstabe hinzu, nämlich ein G.

An dieser Stelle drückst Du die Taste G mit dem Daumen der linken Hand und lässt den Ton klingen, während die rechte Hand die Melodie weiterspielt.

In Takt 10 löst der Ton C das G ab, welches wieder vom kleinen Finger der linken Hand gespielt wird.

In Takt 12 erlischt das C und es erklingt ein F, usw.

Am Ende hast Du ein komplettes Musikstück samt Begleitung gespielt.

Du siehst also, mit den richtigen Methoden ist es ziemlich einfach, zu einer Melodie eine passende Klavierbegleitung lernen zu können.

Klavierbegleitung lernen – So wird’s zum Kinderspiel

Nun haben wir unser Musikstück zum Klingen gebracht und die Melodie gleich im richtigen Rhythmus gespielt und zusätzlich noch für die linke Hand eine passende Klavierbegleitung lernen können.

Aber das ist noch nicht alles:

Wir haben damit auch die ideale Grundlage gelegt, um das Lied in verschiedenen Musikrichtungen spielen zu können.

Im Grunde brauchen wir nur noch ein paar Töne in der linken Hand dazu spielen, und das Lied erklingt wahlweise als Country-Song, als Blues oder als Boogie-Woogie.

Wie das funktioniert, das werde ich Dir gerne live am Instrument demonstrieren.


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In diesem Online-Seminar zeige ich Dir live am Instrument, wie Du Dein erstes Musikstück samt Begleitung mit zwei Händen auf Deinem Tasteninstrument wiedergeben kannst.

Außerdem zeige ich Dir, wie Du den erlernten Titel in unterschiedlichen Musikrichtungen spielen kannst und noch vieles mehr.

Im Online-Seminar gibt es auch eine Frage-Antwort-Runde, in der ich auf einige Themen nochmal näher eingehe.

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Ich wünsch‘ Dir viel Spaß und Erfolg,
Roman Sillipp

Über den Autor


Roman sillipp, M.A.

Klavierlehrer, Musikpädagoge

Roman Sillipp kommt am 9.2.1975 in Wien zur Welt.

Nach seinem Studium des Klassik- und Jazzpianos beginnt der Künstler seine Laufbahn als Komponist, Arrangeur und Pianist für Rundfunk, Tonstudios, Luxushotels und div. nationale und internationale Pop-Stars.

Schließlich absolviert er an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien ein Masterstudium für Instrumentalpädagogik mit ausgezeichnetem Erfolg.

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