Rhythmus Noten lernen – So kommt Flow in Dein Klavierspiel

von Roman Sillipp


Rhythmus Noten lernen – So kommt Flow in Dein Klavierspiel

Im Artikel Klavier lernen – In drei einfachen Schritten zum freien Klavierspiel  haben wir die drei Grundlagen jedes Musikstücks kennengelernt, und im Beitrag Noten lesen lernen – So spielst Du jede Melodie am Klavier haben wir gelernt, die richtigen Töne für unser Musikstück zu finden.

Jetzt geht es darum, das Rhythmus Noten lernen zu meistern, um die Töne in der richtigen Länge spielen zu können.

Wofür ist das wichtig?

Das ist wichtig,

  • damit die Töne nicht alle gleich lang gespielt werden und einfach mit einer beliebigen Dauer abgespult werden
  • damit das Lied eine Rhythmik bekommt, die ohne den verschiedenen Tonlängen nicht möglich wäre
  • weil ein Musikstück einen Rhythmus braucht, damit es von mehreren Leuten gleichzeitig wiedergegeben werden kann

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In drei einfachen Schritten zum freien Klavierspiel

Rhythmus Noten lernen – Was ist ein rhythmisches Muster?

Wie wir erkennen, wie hoch oder tief ein Ton ist, das haben wir im letzten Beitrag bereits kennengelernt.

Ein zweiter wichtiger Aspekt ist zudem, wie lange der jeweilige Ton klingen soll.

Zuerst ist mal wichtig, zu wissen, in welcher Taktart ein Musikstück geschrieben ist.

Auf der folgenden Grafik siehst Du verschiedene rhythmische Muster.

Dies erkennst Du an den Bezeichnungen 4/4, 3/4 und 2/4 am Beginn der Notenzeile.

Rhythmus Noten lernen - Rhythmische Muster

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Recht bekannt ist der 3/4 – Takt für den Walzer.

Wenn man ganz gleichmäßig 1 – 2 – 3 – 1 – 2 – 3 – 1 – 2 – 3 zählt, dann ergibt sich automatisch ein Walzertakt.

Der 2/4 – Takt bietet sich hervorragend an für einen Marsch.

Zählt man 1 – 2 – 1 – 2 – 1 – 2 , dann entspricht dies der Art und Weise, wie man seine Füße beim Marschieren bewegt, daher ideal für einen Marsch.

Der 4/4 – Takt kommt am häufigsten vor.

Wie Du auf dem Notenblatt erkennen kannst ist unser Musikstück in einem 4/4 – Takt geschrieben.

Das erkennst Du an dem 4/4 – Symbol am Beginn der Notenzeile.

Leadsheet

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Was ist eigentlich unter der Bezeichnung Takt zu verstehen?

Wenn man sich zu einem Lied bewegt, dann tut man dies für gewöhnlich im Rhythmus des Musikstücks.

Diesen Rhythmus nennt man Puls, vergleichbar mit dem Pulsschlag in unserem Körper.

Die Pulsschläge eines Liedes könnte man natürlich auch mitzählen, so wie die Pulsschläge in unserem Körper:

1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 …

Nun dauert jedoch ein Lied oft einige Minuten lang, und es würde eine sehr lange Kette an Zahlen entstehen.

Schließlich wäre nicht mehr nachvollziehbar, an welcher Stelle des Musikstücks der wievielte Schlag erfolgte.

Daher wird die Kette an Zahlen in kleinere Einheiten unterteilt, die sogenannten Takte.

Am Beginn eines Taktes wird jeweils die Taktart angegeben,
d.h. aus wie vielen Schlägen dieser Takt und die darauf folgenden bestehen.

Unser Stück ist in einem 4/4-Takt geschrieben, d.h. es erfolgen vier Schläge pro Takt.

Bei einem 4/4-Takt würde man bis vier zählen und dann wieder von vorne beginnen.

1 – 2 – 3 – 4 –
1 – 2 – 3 – 4 –
1 – 2 – 3 – 4.

Um nun leichter erkennen zu können, wann vier Schläge erfolgt sind und die nächsten vier beginnen, werden je vier Schläge durch einen senkrechten Strich geteilt.

1 – 2 – 3 – 4 – |
1 – 2 – 3 – 4 – |
1 – 2 – 3 – 4 – |

Diesen senkrechten Strich nennt man Taktstrich.

Nach diesem beginnt sofort der nächste Takt, welcher wieder mit einem Taktstrich beendet wird.

Ein Takt mit vier Schlägen befindet sich also immer zwischen zwei Taktstrichen.

Takte werden nummeriert, um ein Musikstück ab einem bestimmten Takt spielen zu können.

Wie erkennt man die Länge einer Note?

Ein ganzer 4/4 – Takt besteht also aus vier Schlägen, und jeder Schlag entspricht der Länge einer Viertelnote.

So wie vier Vierteln ein Ganzes ergeben, so ergeben vier Viertelnoten zusammen einen ganzen 4/4 – Takt.

In der nachfolgenden Grafik siehst Du unterschiedlich aussehende Noten.
Dies sind Noten mit unterschiedlicher Dauer, auch als Notenwert bezeichnet.

Das runde Gebilde wird als Notenkopf bezeichnet.
Der senkrechte Strich, der vom Notenkopf weggeht, ist der Hals.

Auf der Grafik findest Du ganze, halbe und Viertelnoten.

Bei der ganzen Note siehst Du einen nicht ausgemalten Notenkopf ohne Hals.

Die halbe Note hat einen nicht ausgemalten Notenkopf mit Hals.

Eine Viertelnote wird mit einem ausgemalten Notenkopf mit Hals dargestellt.

Rhythmus Noten lernen - Notenwerte

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Wie findet man die richtige Notenlänge?

Ein 4/4-Takt besteht aus vier Schlägen, und jeder Schlag dauert ein 1/4 eines Taktes.

Auch jede Note hat eine bestimmte Länge.

Eine ganze Note dauert einen ganzen Takt lang, eine 1/2 Note einen halben 1/2 Takt, und eine 1/4 Note dauert einen 1/4 Takt.

Zähle gleichmäßig ohne Pause
1 – 2 – 3 – 4 – |
1 – 2 – 3 – 4 –|
1 – 2 – 3 – 4 –| usw.
und lege jeweils fest, welchen Notenwert, also Ganze, Halbe oder Viertel, Du als nächstes spielen willst.

Ganze Noten:

Willst Du ganze Noten spielen, dann drücke jeweils am Beginn des Taktes, also auf der ersten Zählzeit, eine Taste und halte den Ton bis zum Ende des Taktes aus.

Am Ende des Taktes lässt Du die Taste los und drückst am Beginn des nächsten Taktes erneut eine Taste und hältst sie wieder bis zum Ende des Taktes, und so weiter und so fort.

Jede ganze Note klingt immer einen ganzen Takt lang.

Halbe Noten:

Willst Du mehrere Noten in einem Takt spielen, dann brauchst Du dafür Noten, die kürzer als einen ganzen Takt klingen, z.B. die halben Noten.

Um halbe Noten zu spielen, drücke eine Taste am Beginn des Taktes auf der Zählzeit 1 und halte den Ton bis zur Mitte des Taktes, also bis zur Zählzeit 3.

Auf der Zählzeit 3 lässt Du die Taste los und drückst erneut eine Taste und hältst sie bis zum Ende des Taktes.

Somit haben beide halben Noten jeweils einen halben 4/4 – Takt lang geklungen.

Viertelnoten:

Genauso gehst Du bei den Viertelnoten vor, bloß dass hier eben auf jeder Zählzeit eine Taste gedrückt wird.

Es erklingen also insgesamt vier Viertelnoten pro 4/4 – Takt.

Schließlich füllst Du den ganzen Takt mit Noten, sodass keine Pause mehr wahrnehmbar ist.

Nun kannst Du pro Takt entweder eine ganze Note, zwei Halbe oder vier Viertelnoten spielen.

Also entweder |1/1| oder |1/2 – 1/2| oder |1/4 – 1/4 – 1/4 – 1/4|.

Natürlich kannst Du die verschiedenen Notenwerte auch kombinieren, also z.B.:

|1/2 – 1/4 – 1/4| oder |1/4 – 1/4 – 1/2| oder |1/4 – 1/2 – 1/4|

Entscheidend ist nur, dass die Summe aller Noten 4/4 ergibt, damit alle Noten zusammen einen ganzen 4/4 – Takt ergeben.

Wie ist das eigentlich mit den Pausen?

Sänger(innen) und auch Spieler(innen) von Blasinstrumenten müssen natürlich beim Singen oder Spielen Luft holen.

Da während dem Einatmen kein Ton erzeugt werden kann, entsteht natürlich eine Pause.

Natürlich ist es auch möglich, Pausen zu setzen, ohne dass geatmet werden muss, einfach wenn man nicht möchte, dass ständig ein Ton erklingt.
Die Pausen gehören zur Musik dazu.

Daher gibt es neben den Noten auch Pausenzeichen.

Obwohl die Töne also Pause machen, läuft der Takt dennoch unentwegt weiter.

Eine Pause dauert genausolang wie die entsprechende Note, nur dass halt in der Zeit der Pause kein Ton erklingt.

In der folgenden Grafik siehst Du die Pausenwerte zu den entsprechenden Notenwerten.

Rhythmus Noten lernen - Pausenwerte

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Wichtig ist wiederum, dass alle Noten- und Pausenwerte zusammen wieder einen ganzen Takt ergeben,
also beim 4/4 – Takt vier Vierteln wie z.B.:

|1/4-Note – 1/4-Pause – 1/4-Note – 1/4-Pause| oder
|1/2-Note – 1/4-Note – 1/4-Pause| oder
|1/4-Note – 1/4-Pause – 1/2-Note|

Wie kann man das Spiel nach Rhythmus Noten lernen?

Sieh Dir hier mal das Notenblatt unseres Musikstücks an.

Darauf siehst Du:

Das erste Zeichen auf der ersten Zählzeit des ersten Taktes ist eine Viertelpause.

Das heißt auf die erste Zählzeit wird kein Ton gespielt.

Die Melodie beginnt also erst auf der zweiten Zählzeit.

Auf die erste Viertelnote folgen noch zwei weitere Viertelnoten.

Damit ist das Ende des ersten Taktes erreicht.

Im zweiten Takt erklingt eine ganze Note, die wird auf der ersten Zählzeit gespielt und den ganzen Takt gehalten.

Damit ist auch das Ende des zweiten Taktes erreicht.

Die nächsten beiden Takte sind eine Wiederholung der ersten beiden.

Auch der fünfte Takt ist mit dem ersten und dem dritten ident.

In Takt 6 und 7 stehen jeweils zwei halbe Noten, und eine Ganze folgt in Takt 8.

In den Takten 9 und 10 erfolgt wieder das gleiche rhythmische Schema wie zu Beginn.

Nach diesem Prinzip kannst Du die restlichen Notenwerte des Liedes erforschen.

Rhythmus Noten lernen - Leadsheet mit Taktraster

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Zum schnelleren Erkennen der Tonlängen siehst Du unterhalb der Noten ein 4-4 – Raster.

Normalerweise wirst Du dies auf einem Notenblatt nicht finden,
es erleichtert Dir jedoch - vor allem zu Beginn -, die richtige Position der Noten zu erkennen.

Du siehst also, mit den richtigen Methoden ist es ziemlich einfach, ein Lied im richtigen Rhythmus zu spielen.


Hier gibt es noch ein kleines Quiz, in dem Du Deine bisherigen Kenntnisse testen kannst.

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Ich wünsch‘ Dir viel Spaß und Erfolg,
Roman Sillipp

Über den Autor


Roman sillipp, M.A.

Klavierlehrer, Musikpädagoge

Roman Sillipp kommt am 9.2.1975 in Wien zur Welt.

Nach seinem Studium des Klassik- und Jazzpianos beginnt der Künstler seine Laufbahn als Komponist, Arrangeur und Pianist für Rundfunk, Tonstudios, Luxushotels und div. nationale und internationale Pop-Stars.

Schließlich absolviert er an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien ein Masterstudium für Instrumentalpädagogik mit ausgezeichnetem Erfolg.

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