Noten lesen lernen – So spielst Du jede Melodie am Klavier

von Roman Sillipp


Noten lesen lernen – So spielst Du jede Melodie am Klavier

Wie im Beitrag Klavier lernen – In drei einfachen Schritten zum freien Klavierspiel gezeigt benötigst Du für jedes Musikstück drei Elemente:

  1. Die Melodik,
  2. die Rhythmik und
  3. die Harmonik.

In diesem Teil dreht sich alles um die Melodik.

Noten lesen lernen – wofür braucht man das eigentlich?

Um eine Melodie am Klavier zu spielen, gibt es eigentlich – abgesehen vom Notenlesen - nur drei Möglichkeiten:

  • Jemand zeigt Dir, wie die Melodie eines Musikstücks auf dem Instrument zu spielen ist. Dafür benötigst Du jedoch immer jemanden, der die Melodie bereits kennt und Dir zeigt, welche Tasten Du drücken musst, damit die Melodie auf Deinem Musikinstrument erklingt.
  • Du bist in der Lage, eine Melodie anhand einer Aufnahme lediglich mit Deinen Ohren rauszuhören und so zu wissen, welche Taste Du jeweils drücken musst. Das Gehör zu schulen dauert jedoch mitunter länger, als Du warten möchtest, um eine Melodie auf Deinem Instrument spielen zu können.
  • Du kennst die Melodie schon gut, hörst sie also in Deinem inneren Ohr, und suchst Dir die richtigen Töne auf Deinem Instrument zusammen. Wenn Du jedoch nicht eindeutig weißt, welcher Ton welcher Taste entspricht, dann kann es ziemlich frustrierend sein, die richtigen Tasten für die Töne der Melodie zu finden.

Der schnellste, einfachste und unabhängigste Weg ist sicher, Noten auf einem Notenblatt lesen zu können.

Keine Angst, wir werden viel weniger Noten benötigen als in der klassischen Literatur üblich, da wir die Noten ja nur für die Melodie nützen werden, nicht jedoch für die gesamte Begleitung.

Und tatsächlich ist es verhältnismäßig einfach, das Noten lesen lernen zu meistern, weil das System dahinter denkbar einfach ist.

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In drei einfachen Schritten zum freien Klavierspiel

Welche Töne gibt es und wie heißen sie?

Während man, um einen Text zu lesen, 52 Buchstaben (26 Großbuchstaben und 26 Kleinbuchstaben), Ziffern und Satzzeichen, etc. kennen muss, so werden für Töne lediglich 7 (!) Buchstaben benötigt, und diese sind nahezu identisch mit den ersten 7 Buchstaben des Alphabets:

A – H – C – D – E – F – G

Du siehst also, bis auf den zweiten Buchstaben sind dies exakt die ersten 7 Buchstaben des Alphabets.
Lediglich der zweite Buchstabe ist kein B, sondern ein H.
Dies ist jedoch leicht zu merken, da das H eine gewisse optische Ähnlichkeit zum B hat, bloß dass beim H im Unterschied zum B die Bäuche nicht geschlossen sind.

Anmerkung: In englischsprachigen und anderen Teilen der Erde wird anstelle des mitteleuropäischen H der Buchstabe B verwendet.
Somit sind die Namen der Töne dort tatsächlich die ersten sieb
en Buchstaben des Alphabets,

A – B – C – D – E – F – G.

In Mitteleuropa heißt dieses B eben H, aber außer diesem einen Buchstaben gibt es keinen Unterschied zwischen dem nationalen und dem internationalen System.

Wie findet man die Töne auf der Klaviertastatur?

Bei den Buchstaben
A – H – C – D – E – F – G
handelt es sich um die Namen der weißen Tasten.

Nebst den weißen Tasten gibt es auf der Klaviatur auch schwarze Tasten, je zwei benachbarte schwarze und je drei benachbarte schwarze Tasten.
Die zwei benachbarten schwarzen Tasten werden von den weißen Tasten C – D – E  umschlossen, und die drei benachbarten schwarzen Tasten werden von den weißen Tasten
F – G – A – H umschlossen.

Dieser Tonraum von C bis H wiederholt sich mehrfach über die gesamte Klaviertastatur.
Er wird auch Oktave genannt, die Töne darin bezeichnet man als Stammtöne.

Töne in einer Oktave

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Ich stelle Dir hier noch ein Foto einer Klaviertastatur zur Verfügung, auf der die Tasten beschriftet sind.
Du kannst sie ausdrucken und oberhalb Deiner Tastatur platzieren.

Klaviertastatur

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Die Grafik oberhalb ist maßstabsgetreu.

Drucke sie aus und positioniere sie auf Deinem Instrument.

Das wird Dir anfangs helfen, Dich auf Deinem Instrument zu orientieren.

Tipp: Versuche alsbald auch ohne Hilfe die richtigen Tasten zu finden,
damit Du Dich schnellstmöglich auf jedem Tasteninstrument zurechtfindest.

Dazu bietet sich an, die Oktave gedanklich in zwei Teile aufzuteilen - den Bereich mit den zwei schwarzen Tasten und den Bereich mit den drei schwarzen Tasten.

Das ist eine gute Methode, um Dich am Instrument zu orientieren und Dir die Namen der weißen Tasten, welche die schwarzen umschließen, rasch einzuprägen.

Je weiter rechts sich die Tasten befinden, desto höher die Töne, je weiter links sich die Tasten befinden, desto tiefer die Töne.

Ein zentraler Punkt – und auch der erste Ton in unserem Musikstück – ist die Taste C.

Da diese Taste auf dem Klavier mehrmals in verschiedenen Tonhöhen vorkommt, müssen wir noch die richtige Tonhöhe finden.

Unser Musikstück beginnt mit dem Mittel-C, das sich – wie der Name schon sagt – in der Mitte der Klaviertastatur befindet.

Wie erkennt man die Noten für die Töne?

Nachdem wir die Tasten und ihre Namen bereits kennen, fehlen uns noch die passenden Noten dazu, bloß: Wie erkennt man die richtigen Noten für die gewünschten Töne?

Wie man auf der Grafik erkennt, gibt es ein System von zwei mal fünf Linien, in dem die Noten für die Töne platziert werden.

Bloß: Wo befindet sich welche Note für welchen Ton?

Im Bereich der oberen fünf Linien befinden sich die höheren Töne.
Im Bereich der unteren fünf Linien befinden sich die tieferen Töne.

Da sich im oberen Bereich Noten für höhere Instrumente wie z.B. die Violine befinden, wird dieser Spielbereich durch den Violinschlüssel gekennzeichnet.

Da sich im unteren Bereich Noten für tiefere Instrumente wie z.B. den Bass befinden, wird dieser Spielbereich durch den Bassschlüssel gekennzeichnet.

Noten lesen lernen - Notenschlüssel

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Im Violinschlüssel befinden sich fünf Linien, hier werden die hohen Töne notiert,
und darunter im Bassschlüssel befinden sich ebenfalls fünf Linien, hier finden die tiefen Töne ihren Platz.

Insgesamt sind also 10 Linien zu finden, und genau dazwischen sitzt die Note für das Mittel-C.

Da es für diese Note keine eigene Linie gibt, wird durch diese Note eine kurze waagrechte Linie gemacht, auch Hilfslinie genannt.

Im Violinschlüsselsystem sitzt diese Note mit der Hilfslinie direkt unterhalb der fünf durchgehenden Linien,
im Bassschlüsselsystem direkt darüber, also genau zwischen den beiden Systemen.
Dieser Ton bildet sozusagen die Mitte zwischen den beiden Systemen.

Da die beiden Systeme je fünf Linien haben, also gesamt zehn, und die Hilslinie gewissermaßen einer elften Linie entspricht,
spricht man in dem Zusammenhang auch von einem Elfliniensystem.

Jeder Ton lässt sich immer in beiden Systemen darstellen.
Sollte ein Ton zu hoch oder zu tief sein, um innerhalb der fünf Linien Platz zu finden, kann er mit zusätzlichen Hilslinien darunter oder darüber dargestellt werden.

Noten lesen lernen - Elfliniensystem

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Das C befindet sich also auf der ersten Hilslinie unterhalb der fünf durchgehenden Linien des Violinschlüsselsystems.

Auf der untersten durchgehenden Linie des Volinschlüsselsystems sitzt das E.

Nun stellt sich die Frage: Wo befindet sich die Note für den Ton D?
Und die Antwort: Das D befindet sich im Zwischenraum zwischen der Hilfslinie und der ersten durchgehenden Linie.

Auf der zweiten Linie befindet sich der Ton G, und die Note für den Ton F sitzt im Zwischenraum zwischen der ersten und der zweiten durchgehenden Linie.

Man sieht also: Die Noten befinden sich immer abwechselnd auf einer Linie, im Zwischenraum, auf einer Linie, im Zwischenraum, auf einer Linie, usw…

Diese Noten entsprechen den weißen Tasten der Reihe nach aufsteigend.
Je weiter rechts die Taste auf der Tastatur, desto höher die Note auf dem Notenbild.

Genauso verhält es sich mit den tieferen Tönen.
Je weiter links die Taste auf der Tastatur, desto tiefer die Note auf dem Notenbild.

Wo sind eigentlich die Noten für die schwarzen Tasten?

Für die schwarzen Tasten gibt es keine eigenen Noten.

Für weiße und schwarze Tasten werden bestimmte Noten gleichermaßen verwendet.

Wie weiß man dann, ob eine bestimmte Note für eine weiße oder eine schwarze Note steht?

Nun, dafür gibt es die Vorzeichen # und b.

Wenn vor der Note ein # steht (genannt: Kreuz), dann wird die schwarze Taste rechts von der weißen gespielt.
Steht vor der Note ein kleines b, dann wird die schwarze Taste links von der weißen gespielt.

Auch bei der Bezeichnung nehmen die schwarzen Tasten Anleihe bei den Namen der weißen Tasten:
Bei einem Kreuz (#) hängt man an den Namen der weißen Taste "is" an. Aus C wird also Cis, aus D wird Dis, usw.
Bei einem b hängt man an den Namen der weißen Taste "s" an. Aus E wird also Es, aus A wird As, usw.
Die einzige Ausnahme ist das H, dieses erhält durch das Vorzeichen b den Namen Be.

Noten lesen lernen - Vorzeichen

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Zum Thema Vorzeichen gäbe es noch so viel zu sagen, dass man einen eigenen Beitrag damit füllen könnte.

Da wir jedoch für unser erstes Musikstück ohnehin nur weiße Tasten benötigen, brauchen wir uns an dieser Stelle um weitere Details nicht zu kümmern.

Was, wenn man die Noten noch nicht flüssig lesen kann?

Wenn man die Noten noch nicht flüssig lesen kann, dann gibt es hierfür ein bewährtes Hilfsmittel:
Den Fingersatz.

Was hat es damit auf sich?

Nun, da unser Musikstück lediglich fünf Töne hat, ist es natürlich ohne weiteres möglich, die gesamte Melodie mit den fünf Fingern der rechten Hand zu spielen. Die linke Hand wird dafür also gar nicht benötigt.

Wir setzen den Daumen der rechten Hand auf der Klaviatur auf die Taste C, also die weiße Taste links von den zwei benachbarten schwarzen, und die übrigen Finger platzieren wir einer mit dem nächsten rechts davon,
also den Zeigefinger auf die Taste D, den Mittelfinger auf E, den Ringfinger auf F und den kleinen Finger auf G.

Nun liegt jeder Finger auf einer eigenen Taste.

Um nun nicht jede Note einzeln lesen zu müssen, wär’s natürlich deutlich einfacher, die Finger einfach durchzunummerieren und die Ziffern über die Noten zu schreiben.

Und genau das tun wir auch, und das ist eine gängige Praxis, die sich Fingersatz nennt.

Wir geben also dem Daumen die Nummer 1, und da er auf dem C liegt, brauchen wir nur den Daumen nach unten drücken, sobald die Ziffer 1 über der entsprechenden Note steht.

Der Zeigefinger erhält die Nummer 2, der Mittelfinger die 3, der Ringfinger die 4 und der kleine Finger die 5.

Fingersatz

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Dein erstes Musikstück

Wann immer eine Ziffer über einer Note steht, dann bewege den entsprechenden Finger nach unten, um die jeweilige Taste zu drücken.

Mit dem Fingersatz ist es für Dich sicher ein leichtes, die richtigen Tasten zu drücken, und wenn Du dies tust, dann wird die Melodie des Musikstückes aus Deinem Instrument erklingen.

Noten lesen lernen - Leadsheet

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Hier siehst und hörst Du eine Live-Version des Stückes:

Wie kann man schnell und einfach das Noten lesen lernen?

Wenn Du Dir einprägen möchtest, welche Noten zu welchen Tönen gehören, dann bietet sich auch hierfür ein Trick an.

Nachdem Du die Finger von 1 bis 5 durchnummeriert hast, brauchst Du Dir nur folgendes zu merken:

Der Daumen, der Mittelfinger und der kleine Finger haben die Nummern 1, 3 und 5, also die ungeraden Zahlen.
Der Zeigefinger und der Ringfinger haben die Nummern 2 und 4, also die geraden Zahlen.

Und wie sieht das auf den Noten aus?

Nun, die Noten zu den ungeraden Zahlen, also C, E und G sitzen auf den Linien,
die Noten zu den geraden Zahlen, also D und F befinden sich in den Zwischenräumen.

Das ist alles, was Du benötigst, um Dir die Töne unseres ersten Musikstücks zu merken.

Du siehst also, mit den richtigen Methoden ist es ziemlich einfach, eine Melodie auf Deinem Instrument zu spielen.


Hier gibt es noch ein kleines Quiz, in dem Du Dein Wissen testen kannst:

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In diesem Online-Seminar zeige ich Dir live am Instrument, wie Du Dein erstes Musikstück samt Begleitung mit zwei Händen auf Deinem Tasteninstrument wiedergeben kannst.

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Im Online-Seminar gibt es auch eine Frage-Antwort-Runde, in der ich auf einige Themen nochmal näher eingehe.

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Ich wünsch‘ Dir viel Spaß und Erfolg,
Roman Sillipp

Über den Autor


Roman sillipp, M.A.

Klavierlehrer, Musikpädagoge

Roman Sillipp kommt am 9.2.1975 in Wien zur Welt.

Nach seinem Studium des Klassik- und Jazzpianos beginnt der Künstler seine Laufbahn als Komponist, Arrangeur und Pianist für Rundfunk, Tonstudios, Luxushotels und div. nationale und internationale Pop-Stars.

Schließlich absolviert er an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien ein Masterstudium für Instrumentalpädagogik mit ausgezeichnetem Erfolg.

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